| Comdirect und Cortal Consors liebäugen mit Honorarberatung |
|
Die beiden Online-Broker Comdirect und Cortal Consors wollen bei der Vergütung neue Wege beschreiten, wobei Provisionsgeschäft zusehends in Hintertreffen geraten sollen. Derzeit werden verschiedene Preismodelle in Praxistests auf dem Prüfstand gestellt, deren Markteinführung im Erfolgsfall für Anfang 2010 angepeilt wird, wobei sich die Testläufe bei beiden Häusern rein auf die Wertpapierberatung am Telefon beziehen. Der Plan sieht vor, dass Kunden hier zukünftig pauschal für die Beratungsleistung bezahlen sollen und nicht mehr Provisions-Denke den Verkauf von Fonds und Zertifikaten steuert.
Die ersten Praxistests sind bereits angelaufen, wobei die Entwicklung unterschiedlich weit vorangeschritten ist. So testet Comdirect derzeit gemeinsam mit 200 Kunden verschiedene Preismodelle, unter denen sich auch Varianten wie eine erfolgsabhängige Vergütung befindet und will sich bis Herbst auf ein konkretes Modell festlegen. Mit einem Start des abgenickten Modells für alle Kunden sei frühestens Ende des Jahres zu rechnen. Bei Cortal Consors ist man bereits einen Schritt weiter. In der letzten Woche wurde einer Testgruppe von 4000 Kunden ein klassisches Honorarmodell brieflich vorgestellt, das eine jährliche Pauschalgebühr von 1% des Depotwertes plus Mehrwertsteuer für die Beratung vorsieht, die bis zu einem Vermögen von 100.000 € greift, wobei die Gebühr auf bis zu 0,7 % herabgesenkt werden kann, wenn das Depot über eine halbe Million Euro schwer ist. Ausgabegebühren entfallen, während alle Bestandsprovisionen, respektive umstrittene Kickbacks am Jahresende an den Kunden gehen. Neben dem Honorarberatungsmodell denkt man bei Cortal Consors zudem noch über eine Art Zwittermodell nach, dass sich aus Provisions- und Honorarelementen zusammensetzt, wobei hier allerdings noch keine Testreihe gestartet wurde. Während Cortal Consors seine mobilen Berater derzeit gezielt abbaut und sich bis Ende Januar 2010 von 120 Mitarbeitern, die als freie Handelsvertreter auf Provisionsbasis arbeiten – trennen will , plant Comdirect seine 140 freien Berater zu behalten. Geplant sei, die Beratungszentren in Großstädten weiter ausbauen. |
